Erfahrungsaustausch zur Flüchtlingsarbeit im Kolpingwerk

von lks: Markus Silies, Richard Peters, Katharina Thomas, Dr. Sigrid Kraujuttis, Eva Maria Langhans, Hans-Hermann Hunfeld

Kolping Diözesansekretär Markus Silies begrüßte die Sozialdezernentin des Landkreises Emsland Dr. Sigrid Kraujuttis und den Leiter des Fachbereiches Soziales Richard Peters gleich zu Beginn des neues Jahres im Kolping Bildungshaus in Salzbergen zu einem Austausch über die Flüchtlingssozialarbeit des Kolping-Bildungswerkes und über die ehrenamtlichen Aktivitäten und Möglichkeiten der einzelnen Kolpingfamilien. Weitere Gesprächsteilnehmer waren die Leiterin des Jugendmigrationsdienstes Eva Maria Langhans, die Sozialarbeiterin Katharina Thomas sowie der Geschäftsführer des Kolping Bildungswerkes Hans-Hermann Hunfeld.

Eingangs erläuterte Dr. Kraujuttis die Aktivitäten des Landkreises Emsland zu einer schnellen Integration der Flüchtlinge. Beispielhaft nannte Sie die zentrale Koordination aller Aktivitäten in der Fachstelle Integration, die Finanzierung von Sprachkursen und die ergänzende Unterstützung der Verbände durch die Kreisverwaltung, die Flüchtlingssozialarbeit im Rahmen des Landesprojektes anbieten.

Silies erläuterte, dass das Kolpingwerk im Emsland vielschichtig aktiv sei: Einerseits gebe es ehrenamtliche Aktivitäten in den 60 emsländischen Kolpingfamilien. Beispielsweise würden Flüchtlinge in Freizeiten wie z. B. regelmäßigen Treffen aber auch in Zeltlagern integriert. Andererseits würden durch Spenden Begegnungen von Flüchtlingsfamilien mit den sie betreuenden Familien im Kolping Bildungshaus ermöglicht. Hier freue man sich über jede Möglichkeit, den interkulturellen Austausch zu unterstützen und zu ermöglichen. Einen wirksamen Ansatz biete aber auch die Begleitung der Flüchtlinge durch die vom Land geförderte hauptamtlich besetzte Integrationsberatung des Kolping Bildungswerkes in Salzbergen und auf dem Hümmling.

Aus ihrer täglichen Arbeit berichten die Sozialarbeiterinnen Langhans und Thomas, dass es wichtig sei, die haupt- und ehrenamtliche Integrationsarbeit professionell zu begleiten und zu koordinieren. Nur durch eine gute Information über den Ablauf, die Angebote und die individuellen Möglichkeiten einer Integration könne Frust bei den Flüchtlingen aber auch bei den Ehrenamtlichen vermieden werden. Dazu gehöre auch eine Absprache, wer sich um was kümmere. Diese Absprachen würden in Salzbergen aber auch am Standort Sögel gut funktionieren. Eingebunden seien dabei auch die Gemeinde Salzbergen und die Samtgemeinde Sögel.

Katharina Thomas stellt fest, dass nur die Hilfe zur Selbsthilfe aus den zugezogenen Menschen ein wichtiges Glied unserer Gesellschaft mache. Eva Maria Langhans ergänzt, dass Integration ein gegenseitiges Geben und Nehmen der hiesigen Bevölkerung und der Migranten sei.

In der in Sögel und Salzbergen praktizierten Zusammenarbeit der vom Land und Landkreis geförderten Flüchtlingssozialarbeit mit den örtlichen Kommunen sieht Dr. Kraujuttis eine sehr gute Chance, eine Entlastung im Eingliederungsmanagement für die Kommunen zu erreichen.

Hans-Hermann Hunfeld rundet den Austausch mit der Information ab, dass das Kolping Bildungswerk an seinen Werkstattstandorten in Papenburg, Wietmarschen und Fürstenau für Flüchtlinge Beschäftigungs- und Qualifizierungsplätze eingerichtet habe, um auch so zu einer gelingenden Integration beizutragen. Erste Arbeitsplatzerfahrungen in verschiedenen Berufssparten könnten auch dazu genutzt werden, Sprache am Arbeitsplatz und Berufskultur zu erlernen.

Einig waren sich die Gesprächsteilnehmer, dass die zielorientierte Integrationsberatung durch das Kolpingwerk und der konstruktive Austausch fortgeführt werden sollen